PSNV Symposium 2019 – AKNZ/BBK

Vom 17. bis 19. Mai 2019 fand das Symposium für psychosoziales Krisenmanagement an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundes statt.

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Auch in diesem Jahr lag der Schwerpunkt des Symposiums auf der Ausbildung von PSNV Führungskräften. Es bleibt ein spannendes Thema, denn die bundesweit heterogenen Systeme bringen auch unterschiedliche Umsetzungen in der Ausbildung mit sich. So wurde auch das neue Buch zur L-PSNV Ausbildung vorgestellt, das im Auftrag des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) veröffentlicht wurde. Hier finden Sie unter anderem auch die Ergebnisse der Evaluierung der L-PSNV Ausbildung unseres Vorsitzenden Ingo Vigneron (Saarland).

Es gab eine Vielzahl von Fachvorträgen und Workshops an diesem Wochenende. Ein Highlight war ganz sicher der Fachvortrag zum Thema “Tod in den eigenen Reihen”, von Mark Overhagen (BBK). Ein sehr bewegender Beitrag mit vielen wertvollen Impulsen.

Ein Hauptthema war PSNV bei CBRN Lagen. Mit diesem Thema wurden wir in diesem Jahr bereits konfrontiert, glücklicherweise nur im Rahmen einer Großübung in Wiesloch (Baden-Württemberg). Unsere Abteilung für Einsatzsimulation (EMERGENCY SIMULATION) hat dabei mit vielen Personendarstellern gearbeitet, die selbst in unterschiedlichen PSNV-Systemen in Deutschland und Luxemburg mitarbeiten (siehe unser Beitrag vom April 2019). Wir haben hierfür die psychosozialen Historien der Rollen geschrieben, um den übenden PSNV-Kräften möglichst realitätsnahe Ansätze anzubieten. Die Besonderheit dieser Lagen besteht in der Beteiligung chemischer, biologischer, radioaktiver oder nuklearer (CBRN) Stoffe. Oft handelt es sich dabei um unsichtbare Gefahren oder solche, deren Folgen erst später bemerkt werden. Ebenso kann eine Ansteckungsgefahr gegeben sein. Es handelt sich um Einsätze mit hohem Bedarf an PSNV und mit besonderen Anforderungen an die PSNV-Kräfte. Allein die Maßnahmen zum Selbstschutz und die Fragestellungen, die sich aus den gefährlichen Stoffen ergeben, machen diese Lagen sehr einzigartig.

Ein weiteres Thema war die Simulation zu Übungszwecken in der PSNV. Neben einem starken Plädoyer für den Einsatz von Schauspielern wurden auch technische Methoden vorgestellt. Neben Patienten- und Fahrzeugsimulatoren sind auch Softwarelösungen in der Entwicklung, die für die PSNV-Ausbildung interessant sein können. An der Stelle ein kleiner Exkurs: Im persönlichen Austausch haben  wir aus dem Norden von einer Software gehört, die bei Stabsübungen eingesetzt werden kann und aus dem Süden von der Konzeptionierung ganzer E-Learning Module erfahren. Diese Entwicklungen sind sehr vielversprechend für die Ausbildung in der PSNV.

An dieser Stelle möchte ich auch von einem interessanten Vortrag aus Dresden berichten. Hier gab es erste Versuche von Seiten der PSNV, Hilfsangebote über Social Media zu vermitteln. Den Ansatz finden wir vielversprechend. Hier geht es nicht darum jemanden über die sozialen Netzwerke zu betreuen! Es geht darum Personen in ihrer “eigenen Sprache” anzusprechen, die sich öffentlich betroffen zeigen und sie auf die zuständigen Stellen hinzuweisen. Beeindruckt hat uns die hohe Annahme des Angebots von Seiten der Betroffenen.

Ein weiteres Schwerpunktthema lautete “Kind und Katastrophe”. Die Vertreter  der Medical School Hamburg berichten über ihre Studienergebnisse. Wir hatten im letzten Jahr zur Teilnahme an der Studie aufgerufen (siehe Beitrag vom Juli 2018). In Kürze werden die Ergebnisse auch veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie auf: www.Kikat.de

Sehr interessant fanden wir auch das Thema Ausbildungsverbund der “Nordländer”. Rund um die L-PSNV Ausbildung haben sich Multiplikatoren aus dem Norden zusammengetan. Mit Genehmigung und Unterstützung der zuständigen Behörden, bilden Sie ihre PSNV-Führungskräfte gemeinsam aus. Neben organisatorischen und personellen Vorzügen, bringt dies den Vorteil mit sich, dass sich verantwortliche Führungskräfte vorab persönlich kennenlernen. Erfahrungsgemäß erleichtert dies die Zusammenarbeit im Ernstfall.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es einen Beitrag der Landesfeuerwehrpastorin Erneli Martens. Ihr Thema war das Dilemma von PSNV Führungskräften. Betrachtungsweisen von der Antike bis in unsere Zeit und unser Arbeitsfeld. Es ging sozusagen um die Wahl zwischen Pest und Cholera: Die eigene Wahl oder die Wahl eines anderen Menschen. Es ging darum solche Situation zu überleben, damit zu leben und leben zu lassen. Ein tiefsinniger Abschluss für eine fachlich sehr wertvolle Veranstaltung.

Vielen Dank an die Organisatoren und Teilnehmer, die diese Veranstaltungsreihe immer wieder zu einem Gewinn machen.

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